Wann trage ich mein Baby vorne oder hinten?

In den ersten Monaten ist das Tragen vor dem Bauch die beste und sicherste Option. Neugeborene und Babys bis zum ca. 5.–6. Lebensmonat werden üblicherweise vorne getragen, denn sie brauchen viel Nähe, Geborgenheit, Stabilität und Schutz. Die Eltern können die Bedürfnisse des Kindes so besser wahrnehmen und das Kind erfährt eine ideale Stütze für Körper und Kopf.

Sobald Dein Baby eine gute Rumpfstabilität entwickelt und sich aufrecht halten kann, meist ab dem 6. Monat, ist auch das Tragen auf dem Rücken möglich und oft angenehmer für Eltern und Kind. Besonders bei längeren Spaziergängen oder bei schwereren Kindern empfiehlt sich die Rückentrageweise, da sie den Rücken der Eltern entlastet und dem Kind eine gute Sicht nach vorne ermöglicht.

Welche Tragehilfen sind für welche Position geeignet?

Für das Tragen vorne:
Sowohl Tücher als auch ergonomische Tragehilfen eignen sich gut für die ersten Monate. Diese sollten eine gesunde Anhock-Spreiz-Haltung ermöglichen und das Köpfchen ausreichend stützen.

Für das Tragen hinten:
Viele Tragetücher und spezielle Komforttragen sind für das Rückentragen ausgelegt. Sie bieten mehr Stabilität und verteilen das Gewicht besser. Ab dem Sitzalter oder bei sehr aktiven Kindern lohnt sich ein Wechsel zur Rückentrageposition oder zu einer Kraxe.

Tragen mit vorwärtsgerichteter Option:
Es gibt einige Modelle, die das Tragen mit Blick nach vorne ermöglichen, allerdings ist diese Position nicht oder nur für kurze Zeit und mit Einschränkungen zu empfehlen. Warum sollte ein Kind nicht mit Blick nach vorne getragen werden? Das Tragen mit Blick nach vorne ist für Babys nicht optimal und sollte nur in Ausnahmefällen und für kurze Zeit erfolgen. Es gibt mehrere Gründe dafür:

  • Fehlende Anhock-Spreiz-Haltung: Babys setzen sich in dieser Position nicht ergonomisch, die Beine hängen oft gerade nach unten. Dies erhöht das Risiko für Fehlstellungen der Hüften (z.B. Hüftdysplasie).
  • Überstimulation: Mit Blick nach vorne ist das Baby allen äußeren Reizen ungefiltert ausgesetzt. Es kann sich nicht an den Tragenden anschmiegen, um sich zu beruhigen und Sicherheit zu finden.
  • Geringere Sicherheit und Bindung: Der wichtige Blickkontakt zwischen Eltern und Kind fehlt. Das Bonding und die Möglichkeit, auf Signale des Kindes zu reagieren, werden erschwert.
  • Ungünstige Belastung für Rücken und Wirbelsäule: Die Position ist weder für das Kind noch für den Tragenden physiologisch. Das Kind hängt an der Trage, der Rücken wird gestreckt, und auch für die Eltern entsteht eine ungünstige Haltung.

Tipps für Eltern

Achte auf die Anzeichen Deines Babys: Zeigt es Unwohlsein, Überforderung oder Müdigkeit, wechsle die Position zurück zur Bauch- oder Hüfttrageweise.Für die ersten Lebensmonate empfiehlt es sich, die Kinder vorne zu tragen. Ab sitzfähigem Alter ist das Rückentragen die komfortabelste Option. Für längere Tragezeiten, Wanderungen oder größere Kinder wähle die Rückentrageweise mit gut stützender Tragehilfe oder eine Kraxe. Tragen mit Blick nach vorne sollte die Ausnahme bleiben – für die gesunde Entwicklung, das Wohlbefinden und die Bindung zwischen Eltern und Kind.

Das ergonomische und sichere Tragen fördert die Entwicklung Deines Kindes – Nähe, Halt und die richtige Haltung sind entscheidend.

(WERBELINKS)

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